da s Stu di u m d e r T he o logie b etr. 107
neu, wenn unter ihren Lebensbeschreibcrn ein Pi-cus, Casa, Vi viani, Griselini, ein Ma-let, Clerk, Borclli, Gassen di ist u. f.Schade, daß wir Deutschen hier abermals so hin-tenan stehn! Unsre berühmtesten Männer, selbstKeppler, Leibnitz u. a., deren Wissenschaftendoch wenigstens dem Namen nach gerühmt werden,liegen, nach dem Ausdruck eines acht deutschenMannes, noch unbegraben: und was soll nungegen sie ein armer Theolog erwarten? Man scharrtihn ein und straft ihn mit einer Leichenrede, diebillig Abdankung heißt. Unser Westminster istleider! das letzte Blatt schmutziger Journale-
Giengs gelehrten Männer so: so kann manauf das Leben frommer Männer noch wenigerrechnen. Unsre Arndt, Spencr, Franke u. f.haben keine Lebensbeschreibung erhalten, die ihrerwerlh sey: desto reicher sind wir an Geschichten derErweckten, Wiedergebornen und öfter erbärmlichen,als erbaulichen letzten Stunden. Und doch istdas Andenken eines unermüdeten, rechtschaffenen,edeln Mannes wie ein schönes Rauchwerk,wie eine lindernde Salbe. Sein Nameistsüß, w i e H 0 n i g i m M u nd e u nd w i eein Saitenspiel beim Wein. Dies ist Si-rachs Ausdruck und er hat selbst in den letzten Ka-piteln seines Buchs ein solches Weihrauchopfer denEdelsten seines Volks angezündet. FenelonsName z. B. lebt er nicht in seinen eignen Schrif-ten und selbst in Ramsays sonst sehr unvollstän-digem Leben erquickend und schön? auch die Brit-ten haben sowohl ihren frommen als gelehrten Man-