das Studium der Theologie betr. Z3
stocks, Miltons, Bodmcrs und welches biblischenDichters Sie mehr wollen, jedes in seiner Maaße,gut und nutzbar glaube. Der erste epische Dich-ter des Christenthums in einer neuern Sprache,Dante, zeigt uns, wie mich dünkt, ziemlich ge-nau die Schwachen und Kräfte dieser poe-tischen Gattung, weil wir ihn, als einen al-ten Mönchsdichler, jetzt ganz unparteiisch ansehnund beunheilen. Jedes Kind und jeder Weisespricht von ihm: „Schade der vortrefflichen Stel-
len! sie machen kein Ganzes. Seine Beschreibun-gen, Charaktere, Naturgemalde , Gleichnisse, ein-zelne Geschichten leben: seine Sprache ist einzig,„sie schlingt sich jedem Gegenstände, hoch und nied-„rig, gut und schlecht an, sie geht mit ihm durch„Fegfeuer, Himmel und Hölle. Ueberdem ist der„Dichter voll Gelehrsamkeit, voll der trefflichsten„moralischen Gesinnungen; beinah eine Encyklopadie„des Wissens seiner Zeit — Schade aber, es macht„Alles für uns kein Ganzes. Sein Fegfeuer ist„blos unter dem Tritt der sortgehenden Zeit in Asche„versunken: viele seiner Situationen in Himmel„und Hölle gleichfalls, in denen er sich doch dem„strengsten Ueblichen seiner Zeit bequemte. Die„Zusammenfassung, die Haltung, ge-schweige der Rahme vom Bilde, kurz die damals„geglaubte religiöse Wahrheit vieler Gegenstände ist„für uns dahin; nur einzelne Stücke, Figuren und„Situationen daraus intcressiren uns, als ob sie„noch vor uns stünden und dies sind die ewigblci-„benden, sich immer wiederholenden Situationen der„Menschheit; das andere studiccn wir der Gelehr-samkeit, der Kunst, des Ausdrucks wegen, wie