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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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90
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Briefe,

dogmatischen oder moralischen Denker, deraus den nicht historischen Wahlheilen der ReligionFolgen herleitet: „siedachten, sagt er, auf ver-

„schiedne Weise, über die Religion nach." Wie ichnun den Dogmatiker prüfe: ob er recht folgert ?so kann, so darf, so muß ich den Dichter prüfen,ob er für mein Auge recht sah? Wie bei jenemzwischen Wahrheit und Folge allemal ein Unter-schied bleibt; so bei diesem zwischen der historischenWabrheit, wie sie dasteht, und der dichte-rischen Fa b e l , die er ersann; gesetzt, dahersie sich auch als mögliche, wahrscheinliche, ja wenngar als wirkliche Wahrheit dachte. Was kannder Leser dafür, wenn er sich etwa solchen Satanund Adramelech, solchen Triumph Christi über die,selben, solchen Eloah und Abadonna, solche Ver-richtungen und Gesandtschaften derselben, ja sogareinen solchen Versöhner und Versöhnten, Gerich-teten und Richter, eine solche Erlösung und Ver-söhnung nicht denken könnte? Genug, daß ersich dies alles zu denken bemühte, wie Er esin der Bibel fand und über alle das furchtsamerdenket, wovon er nichts in der Bibel findet u. f.Der Dichter hat ihm alles dies zugegeben, sobalder sein Werk, die Ausmahlung biblischer Gegen-stände, Erdichtung nannte; als solche will ecsie auch allein gelesen und beurtheilt haben. Dasschöne Gemälde z. E. der Angelika vom Besessenenund dem milden Johannes ist Klopstocks undihr Bild; nicht ein Gemälde Lukas, des Malers.

Wenn also ein Lobredner sagt: „Klo pst och„habe die Bibel verschö nert! Jener Prophet,