das Studium der Theologie bet r. 8g
machen, heben und kränzen: der Theolog
und Christ muß das aber von ihr nicht lernen.„Der Dichter, sagt Klopstock selbst, mahlt einen„historischen Grundriß nach den Hauptzügen aus,„die er in demselben gefunden zu haben„glaubet. Zugleich weiß man von ihm, daß er„dies für nicht mehr als Erdichtungen aus-„giebt." Er will also selbst, daß wir, was erzu finden glaubte, suchen sollen, ob auch wires finden? und ja, (wie er bald in der Folge hin-zusetzt) Erdichtung und Wahrheit von einan-der sondern. Ein schwacher Kopf ist's, der beidesfür Eins nimmt, der aus Klopstock lernen will,wie Christus gen Himmel gefahren sey und die Welterlöset habe? ein so schwacher Kopf, daß Klopstockkaum glaubt, daß so was im Ernst gesagtoder in seinem Gedicht gesucht werden könne.Ec will, daß man auf seiner Hut sey, Ge-schichte und Gedicht, selbst nicht im Lesen,im Feuer der Einbildung und Mitempsindung selbstnicht, zu verwechseln, geschweige im bleibenden Ein-druck; und es ist ein lästerndes Lob, das ihm einEpigramm gemacht hat, daß Gott zwei große Tageder Welt gegeben, Einen, da der Messias erlösetc,den zweiten, da Klopstock seine Erlösung sang.Hatten wir statt vier, nur Einen Evangelisten;er würde daß Lob verachten und gewiß verachtet'sder bescheidne, edle Dichter, der Dichter und keinEvangelist ist. Er vergleicht sich*) nur mit dem
) S. Abhandlung von der heiligen Poesie vor demMessias.