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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe,

der und Empfindungen schütteln, die ihren Verfas-sern selbst und sodann einer Reihe, wie es heißt,sympathisirendcr Leser allen gesunden Blick überSachen dieser Art und den eignen Ausdruck ihresHerzens rauben. Im Felde der Theologie, im ein-fältigen Zuspruche der Hcmilie, des Gebets, deSKirchengcsangcs hasse ich diese glänzenden Lappenauf den Tod. Sie sind fremder Beitelstaat: dieWorte kommen nicht von Herzen und gehen nichtzu Herzen: sie sind lau Wasser, das jeder Gesundevon sich speiet. —

Ein gleiches ist's mit den nachgeahmten Em-pfindungen einzelner Personen der poeti-schen Fabel. Fühle sie mit, indem du sic lie-sest: mache dir draus eigen, was, als Summedes Eindrucks, dir in der Seele bleiben soll;in dei n em Vortrage aber, von welcher Art er auchWare, tändle, juble nicht nach. Du bist keine derWeiber am Kreuz oder in der Arche, weder Marianoch Eva, weder Eidli noch Kerenhapuch. DerErlöser will von dir nicht bejammert, beweint, be-jauchzet; sondern verstanden, geliebt, verkündigtund befolgt seyn. Laß Teufel und Seraph, Eloahund Adramclech, den wimmernden und die wüthen-den Teufel ihre Sprache reden, rede du die deine.Wie Gott im Himmel besungen, wie der Erlöserin der Hölle angesehn wird, wisse der Dichter» dulerne ihn ansehn und preisen, wie er sich uns aufErden, in seiner Natur, in seinem Wort offenbarte.

Eben so jst's mit dem eigentlichen Kabel-werk des Dichters. Als Dichter war's ihm nö-thig; die Epopee muß Begebenheit in Fabel ver-wandeln, sie mit Fabeln aus füllen, rund