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Briefe,
aus den Liedern und Gefangen gottbcgeisterter Pro-pheten , als auch in der Geschichte aller Volker, dieProfe aus der Poesie hervorgegangen scy und gleich-sam an und um ihr Gestalt gewonnen habe. AuchKritik und Redekunst begann an ihr, wie die Leh-ren des Plato, Aristoteles, Cicero,Quin tili an, unter den Neuern Vossius,Rolli ns u> a. zeigen. Poesie ist die Blüthe dermenschlichen Seele, so wie die bildendste Ergötzungder Jugendjahre unseres zu bald verblühenden Lebens.
Damit ich indessen die Grenzen des theologi-schen Gebrauchs derselben richtig bestimme, so mer-ken Sie leicht, daß hier nicht von eigner Pac-kerei die Rede seyn kann, nach der der Jünglingetwa streben müsse: mich dünkt, ich habe Sie hie-vor, wie vor allem Diebstahl fremder, poetisch- undprosaischer Blumen, und eines jeden üppigen Schmucksder Rede langst und oftmals gewarnet. Ware diePoesie zu nichts brauchbar, als daß man mit bun-ten , glanzenden Lappen aus ihrem Trödel seineBlöße deckte, oder gar damit seine einfache, ehr-bare Kleidung verunzierte; welcher bescheidne Menschwollte nicht diese Trödelbude, so weit er könnte,fliehen? Unglücklich aber, wer die Poesie dafüransicht! Sie ist, wie gesagt, der vollkom-menste Ausdruck, die künstlichste Form derRede, die, bei aller scheinbaren Freiheit die streng-sten Gesetze über sich, die bestimmtestenRegeln um sich hat und aus die treffendste WeiseGedanken und Worte paaret. Indem Sienun die edelsten Gedanken wecken und sie mitden besten Worten paaren sollen, so gewinnt