das Studium der Theologie bctr. 69
der vor lauter Deutlichkeit stockdunkel, vor lauterOrdnung verworren wird und zuletzt das Ganzegar aus dem Gesichte verlieret. Mißbrauche einerSache heben aber die Sache nicht auf; ja je feinerund notwendiger diese ist, desto mehr kann undwird sie gcmißbraucht werden. So ist's mit derLogik und Disposition gegangen; immer aber blei-ben sie Grundlage des Vortrags. Die Na-tur hat's nicht mangeln lassen an schönen For-men ; veste Formen aber, richtige und geradeLinien machte sie überall zum Wesen der Sache,das sic mit Schlängelungen und Krümmen nur über-kleidct. Wenn Wolfs und insonderheit des Phi-losophen Baumgartens Schriften auch kein Ver-dienst hatten, so wäre es das, daß sie Ordnungin den Begriffen, und die letzten eine spartanischeKürze und Strenge in Worten kehren. Sosehr Bac 0 den Witz liebte, so genau disponirt sindseine besten Schriften, insonderheit das OrZanunnund äs nuAirmntis scientiaruin. Aristotelesist ein vestec Knochenmann, wie der Tod: ganzDispo sition , ganz Ordnun g. Wenn W i n°kelmanns Geschichte der Kunst kein ander Ver-dienst hatte, so wäre cs das, daß man in ihr,wie in einem griechischen Tempel, zwischen Säulenund schöngeordnetcn Aussichten über Zeiten undVölker wandelt; sie ist das schöne Ideal einerw 0 hlausgetheilten, h 0 ch a ng e l cg te nKunst-geschichte. Solche Bücher lesen Sie, m. Fr., ex-ccrpiren dieselbe und lernen darnach ihre Gedankenordnen. Wer nicht disponiren kann, kann we-der lernen, noch behalten, noch wieder-holen; noch weniger werden's die können, die