das Studium der Theologie bet r. 67
Fünf und vierzigsterBrief.
Disposition ist allerdings das Hauptwerk derRede; sie ist das Gebäude, ohne welches alle äußereBekleidung nichts ist; deshalb, m. Fr., habe ichSie vor allem Auswendiglernen schöner Ausdrücke,bunter Floskeln und Sentenzen so ernstlich gewar-net. Diese locken ungemein ab vom Wege, undder Jüngling, der solchen Irrlichtern folgt, ist vek-lohten. Ein Mensch, der schöne Worte hascht, deehalbe Seiten von MvdescNieNzen ausschreibt, hatkaum Mein Vertrauen mehr: er thut eine kopflose,kindische Arbeit. Alle Blumen des Vortrags müs-sen aus der Sache selbst, an diesem Ort, andieser Stelle, wie Blumen aus dem Schoos ihrerMutter Erde Hervorgehn; die Kunst des Gärtnerspflanzte und wartete sie nur eben an der bestenStelle. Da Muß kein Bild, kein Satz, kein CoM-ma seyn, das nicht aus diesem Thema, wie einAst und sein Zweig, oder wie eine Bläthe und einBlatt des Baumes, aus solcher Wurzel, att solchemStamm gleichsam nothwendig erwüchse. Wenn'Shier nicht steht, stehe es nirgends, Und die Redeist unvollständig: sie hat, was man an Gemäldensagt, ein Loch, eine Lücke. Deßhalb bin ich ebenvon der Fabel, der Parabel ausgegangen, umIhnen Gefühl von dieser Einheit im Ganzen,von diesem rastlosen Gange einer einzigen Hand-lung, von diesem in allen Theilen lebendigen wirk^
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