das Studium der Theologie betr. i»5
seine Glieder, zum Himmel, zum ewigen Reichsich selbst lohnender Früchte cmporblühn, an unddurch welchen Alles gesund, heil, gerettet, gestärkt,getröstet, erquickt werden soll. Mein Sinn erliegtunter diesem großen, lieblichen Bilde! welcher Men-schenverstand wär's, der ihm widerspräche! welchesMenschenherz, das dies nicht als einzige Summealler Religion, als höchsten Zweck aller Ver-bindungen auf Erden anerkennte und ausru-fen müßte: „wäre er nicht Menschenheiland, Men»„schenrichter, so könnte, so sollte nur Er es seyn!„Nur durch solche Bemühungen kann das Men-schengeschlecht gerettet, nur nach solchen Ge-setzen von einem väterlichen Schöp/er gerichtet„werden!" —
Abermals gehen Sie von dieser umfassendenHöhe in die stille Kammer des menschlichen Her-zens : denn Sie entwickeln im Gespräch Christi wei-ter, daß keineThal der Menschcnhülfe bei ihm Lohnund Andenken finde, wenn sie nicht mit der be-scheidnen Dcmuth, mit der einfältigen, freu-digen Unschuld und Willigkeit geschah, daßcs der Wohlthäter Christi selbst nicht weiß, daßer's gethan habe. Sie führen diesen stillenSinn abermals in's Leben Christi, in seine Lehre,seine Thaten, seine letzte Aufopferung, und schmel-zen den auf seine Werke, ja gar aufseine Empfin-dungen hochmüthigen Lohndiener gleichsam ins Nicht-Hin. Sie entwickeln seine Anmaßung aus der Ant-wort dieser Selbstgerechten, und drücken ihm nachAussprüchen Christi das Siegel auf die Stirn, daßsein Lohn dahin sep. Dagegen richten Sie die ge-