Briefe,
ist jetzt völlig eine Fabel; wir leben zu frühe und
also leben wir gar nicht-
Bei allen, die etwas geleistet haben, werdenSie finden, daß Sie das Weste nur in reifern Jah-ren leisteten; und immer mehr durch Erfahrung,durch den praktischen Rath von Männern in Ge-schäften, als unter der Schulruthe und in den flüch-tigen Jahren des sie überfüllenden akademischen Le-bens lernten. Die erfahrensten Leute suchten esimmer bei ihren Lieblingen zu verhüten, daß sienicht zu früh reiften, und die, in denen eine guteSaat war, ließen sich warnen. Ich glaube daher,daß die Jahre nach der Akademie mit die entschei-dendsten sind aufs ganze Leben. Da wird derJüngling ein Mann und steht, wie Herkules zwi-schen zwecn, oft viel mehreren Wegen. WelchenWeg er nun wählt, worin er sich übt, welcheSchriften er liefet, welchen Freund oder Anführerer jetzt erhalt, der ihm zeige: ,,unter dem Vielen,„zum Theil widersprechenden, was du in zu kurzer„Zeit ohne Reife und Urthcil gehört hast, kannst„du diese Saat füglich untergchn lasten, jene mußt„du mit Gewalt ausrolten, denn es ist Unkraut;„aber diese baue an, jenem Exempcl folge, dies„übe, versuche jenes! u. f." Hierauf kommt es,wenn ich nach meiner Erfahrung wenigstens schlief-
scn soll, entscheidend an.-Suchen Sie sich,
m. Fr., einst solchen Freund, und wie Shake-spcar sagt:
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Er sey Ihnen Beispiel, Rath und lebendiges Mu-ster — Meine Beispiele können hier nichts, als
trockne