das Studium der Theologie betr» 43
können Sie also etwas besseres finden, als wasLiese, und zwar aufs bestimmteste, gründlichste,schönste gesagt haben. Sie und Aristoteles,Dionysius von Halikarnaß in seinen Urthei-len über einzelne Redner, Longin über das Er-habne und der Vers, des Gesprächs über denWerfall der Beredsamkeit haben an oratori-scher Anweisung beinah alles erschöpfet; so, daßden Nra8nai8, Vossiis, und ihres gleichen wohlnichts übergcblieben ist, als sie zu erläutern undetwa anders zu ordnen. Gehen Sie also immerlieber gleich zur Quelle und halten die angezeigtenSchriftsteller als Schatze der Vernunft, Kunst undSprache lieb und werth. — Auch die Anweisungenzur geistlichen Beredsamkeit haben ihr Gutes ausihnen, wie ich das nur noch neulich, da ichP. Gisberts Anweisung zur geistlichen Bered-samkeit durchlief, beinah mit Verdruss wahrnahm.Was er aus den Alten, auch etwa aus den Kirchen-vätern, anführt, ist gut; was er selbst dazu und darübersagt, ist Französischer Flitterstaat, der Dunst eineronLtion (ein Lieblingswort der Französischen Kan-zelredncr!) den ich nicht begehre. Am besten habendie gethan, die von dieser Art der Wohlredenheitnur kurz, in Gesprächen etwa, geredet und dasAuszeichnende derselben bemerkt haben. Unterdiesen sind mir Fenelons Gespräche vonder g e i st l i che n B ere d fa m k e i t die liebsten:ich gebe ihm völlig Beifall und er hat seine Gedan-ken mit einer Warme und Leiblichkeit gesagt, dieich ihm beneide. Zch liebe diesen Man» beinah vorallen seinen Landsleuten, auch wo ich nicht mitihm übcreinstimme: alle feine Schriften fliesten wie