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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Wohlredcnheit haben, und es sind große Schrift-steller der Art ln allen gebildeten Nationen; Be-redsamkeit aber wohnte nur da, wo Republikwar, wo Freiheit herrschte, wo öffentliche Berath-schlagung die Triebfeder aller Geschäfte und endlichwo Reinigkeit und Anbau der Sprache in der Würdewar, in der sie außer Rom und Griechenland nir-gend gewesen. Was man auch sage, wir sind Bar-baren und tragen noch gnug Zeichen unsrer Abkunftan uns. Das Ohr unsers Volks ist stumpf undnur nach dem Ohr der Hörer bildet sich Zunge undRede. Unsre Sprache ist gegen die Römische undGriechische unperiodisch, zerstückt, mit Consonantenund Hülfswörtern überladen; es ist so unmöglich,daß sie sich zur griechischen Runde, zum römischenNumerus erhebe, als cs ja bewiesen ist, daß sieeigentlich gar keine Perioden hat, nehmlick, wasjene Sprachen xsiiockuni nannten. Da wir nunüberdem außer der Kanzel, auf der die Beredsam-keit in so kalter Luft ist, fast gar keine Gelegenheitzu öffentlichen Reden haben: da unsre Spiele undgesellschaftliche Uebungen gewiß nicht oralorisch, amwenigsten politisch-oratorisch sind: da von jeher

Deutschland das Vaterland des Ceremoniels, undeiner hölzernen Knechtschaft gewesen; so ists jaThorhcit, Regeln einer Kunst zu suchen, wo dieKunst selbst fehlet, sie mit Pflastern salben zu wol-len, wo sie nicht athmen kann und nie geathmethat. Sepen Sie also sicher, daß, so wie wirkeinen Demosthenes und Cicero weder gehabthaben, noch haben werden, wir auch keinen Pro-fessor der Redekunst haben können, der Ciceround Quin tili an überträft. In keiner Oratorie