das Studium der Theologie betr. 4»
jetzt das leidige Geld oder ein höchstvenerirlichcs Re-script gilt, die zu unsrer Zeit alle Rede - und Be-weiskraft mit sich führen. — Von diesen rhetorischenSchriften gehen Sie zu seinen philosophischen Auf-sätzen über, in deren Einkleidung Plato meistenssein Muster war. Sic werden sehen, was bei ihmdie Philosophie war, wie er sic als die Mutter derErfindung, als die Schatzkammer aller wahren Be-redsamkeit preiset. Erst nach diesem allen, und in-sonderheit auch nach einer zuvor erlangten gründli-chen Kenntniß des Geistes der römischen Geschichte,erst jetzt wagen Sie sich an seine Reden: dennnun sind Sie vorbereitet, sie nicht falsch anzuwcn-den und etwa Ziegcnwollc an diesem goldnen Wid-der der Beredsamkeit zu scheren. —Mit ihnen aus-gerüstet, werden Sie sodann, wenn Sie Zeit undLust haben, zu den Griechen übergehen könne»;wo ich aber bekenne, daß ich, außer einigen Schul-reden des Jsokrates, ihre Redner selbst noch nichtgelesen habe. Die Laufbahn, die ich Ihnen vorge-zeichnet, ist so groß und einem Menschen, der frühein Arbeit ist, bleibt zum rechten Lesen so wenigZeit übrig, daß man sich oft das Beste versagenund aufsparen muß. Sie werden ein Mann wer-den , che Sie mit gehöriger Reife und Auswahl inIhren Ncbenstunden nur das Beste von dem gelc.sen, was ich Ihnen als goldene Grundlage desDenkens und Ausdrucks schon vorgeleget habe.
Ich schließe also noch mit wenigen Anmerkun-gen meinen gesetzschweren Brief. Zuerst: Regelnder Beredsamkeit suchen Sie ja nur, vorzüglichwenigstens, in den Allen. Die Neuern könne»