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Briefe,
gen den und Lastern. Wihige Franzosen undunwitzige Wochcnschriftsteller haben sie in Gang ge-bracht und zur Kanzel passen sie, als ob diese mitAugsburgischen Pscnnigbildern behängen wäre: dennBilder dieser Art sind meistens die Ideale solcherPredigten an Farben und Zeichnung. Wer's be-denkt, was es für ein verflochtenes Ding sei) mitdem Wort, Tugend, Laster, Sitten, Ge-nau thsart, menschlicher Charakter: wer'sgelesen hat, daß Gott der Herr selbst sagt: dasHerz des Menschen ist ein trotzig undverzagt Ding, wer kann's ergründen?Ich allein kann's ergründen, der Her-zen und Nieren prüfet; der wird schaudern,wenn er die leichtsinnigen, elenden Schilderungenhört. Kein Schüler Aristoteles, der nur seine Ethikund Moral, oder nur Cicero's Buch äs ossisiisgelesen, würde so schwatzen; und ein Christ, überSachen, die das ewige Heil angehn und unsre Bil-dung dazu befördern sollen, darf sich nicht der Su-deleien schämen? O Freund, Freund, eilen Sienicht zu jung, zu leichtsinnig, zu oft auf die Kan-zel. Sie haben ja andre Uebungen für sich in derStille , die Sie weiter bringen werden ; Und müssenSie ja predigen, so legen Sie das Gewand der Be-scheidenheit an von Kopf zu Füssen. Nichts stehteinem jungen Redner besser, als dieses; zumal ei-nem jungen geistlichen Redner. Neben Sie sich vor-her in allen andern Gattungen des Vortrages, undlassen Sie diesen, den eigentlichen Lehr - oder Straf-vortrag bis auf die Zeit, da Ihnen Amt, Pflicht,Bedürsniß und Gewissen Anlaß und Gelegenheit