Las Studium der Theologie bet r. A7
hier finden, lehret diese Zuhörer und niemanden inder Welt sonst, bcrathschlagt mit ihnen, muntertsie auf, treibet sie an u> f. desto besser ist dieLehr-, die P fl i ch t e n p r e d i g t, und die besteist die, die im Allgemeinen, Unbestimmten gar nichtnmhertaumclt. Sie sehen aber, daß dieser Vortragder schwerste und späteste ist, wenn er rechter Artscyn soll. Er erfordert die Erfahrung sowohl, als dasAnsehen eines BatcrS, eines Weisen, nicht denLeichtsinn eines Jünglings, der mit allgemei-ner Lehre und Altkl ugheit oder gar mit sei-ner frechen Bestrafung und Anmunterung, statt Er-bauung, vielmehr Eckel und Verdruß erreget. Unddoch sind solche gewasserte Lehrpredigtcn die häufig-sten von allen in Schrift und Sprache. ErröthenMuß man, wenn Jünglinge so lehren und zurechtweisen oder gar donnern und zerschmelzen! Waswürde ein alter Römer und Grieche, was gar einMorgenländer sagen, wenn er in unsre Versamm-lung träte, und den unbärtigen Knaben im Prie-stcrgewande vor alten, würdigen Männern undGreisen solche lästerliche Jugendübungen halten hörte!Geh, würde ec ihm sagen, in den Winkel, in denSchatten der Schule, du Lehrling, und entweihenicht mit Knabengeschwätz den Kreis einer heiligenVersammlung! — Ernesti hat es mehr als ein-mal bemerkt, wie wenige auch sonst berühmte LeuteGlaubenslehren auf die rechte Art zur christ-lichen Disciplin machen; und Lebenspflichtenaus den rechten Glaubcnsquellen hcrzuleitcnwüßten. Schon Luther hat darüber oft geklaget.Nichts ist dabei eckler, als die allgemeinen Schil-derungen von sogncnannten Charakteren, Tu-
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