Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

34

Brief,,

IvnaS und der ersten apostolischen Kirche;andre, (Engländer insonderheit) haben merkwürdigeCharaktere, Gespräche, Situationen des A. und N.T. gleichsam nur lebendig ausgenommen,und Charakterstücke der Menschheit anihnen gezeichnet. Poriks Predigten, wo er nichtseiner komischen Laune zu sehr den Zügel läßt, sindvoll feiner Züge in dieser Gattung-

Auch hier, m. Fr., rathe ich Ihnen zum Stu-dium der Griechen. Lehrender und feiner als Platound Lcnophon den Sokrates ausnahmen, wird kaum«ine andre, nur menschliche Hand zeichnen. DieGespräche des ersten sind den beiden größesten Red-nern der Welt, dem Demosthenes und Cicero, dieQuelle ihrer schönsten Lebens- und Siktenweisheitgewesen: und von dem letzten werden sein Cycus,Agesilaus u. f. als schön-entworfene Gemälde ewigleben. Ob Noltaire gleich nicht ganz mit Unrechtsagt: der Monolog hasset den Dialogen; denn auchCicero war glücklicher in seinen Reden als Gesprä-chen ; so ist doch gewiß, daß aus Gesprächen, wiePlato's, Cicero's u. f. (ich wollte, man könnteauch sagen, Men anderes) der Styl eine Gelen-kigkeit, eine Biegsamkeit bekommt, die sonstherschwerlich zu erlangen stehet. Auch Plutarchs,und unter den Neuern Addisons Schriften sindzu dieser Absicht sehr nützlich. Plutarchs mora-lische und historische Aufsätze *) haben eine Honne-

) Von einigen seiner besten moralischen Stücke ha-ben wir eine gute Uebersetzung: Au «erle-