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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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B r i e fe,

als ein Muster der einfachsten und patheti-schen, die Odyssee als ein Vorbild der verwik-kcltcn Sittcnfabel zu lesen, frühe zu lesenund von einem Lehrer, wie Aristoteles war, dar-über strengen Unterricht zu hören, gewöhnt,dünkt mich, die Seele zu Bildung eines einfachenund reich-abwechselnden Plans auf Zeitlebens.Sophokles, mit seiner kurzen, gerundetenDarstellung einer menschlichen Fabel, führteben des Weges, und da er übcrdem auch die Af-fekten ganz in seiner Gewalt hat und sie mitjedem Fortschritt der Scene, wie aus einemKnäuel hervor w indet: so ist aus ihm für den,der zu lernen weiß, viel zu lernen. Glücklich istder, dem's gegeben ward, diese Eindrücke von Ent-wicklung der schönsten und mächtigstenForm der Rede frühe zu empfangen und sich inden schönsten Jahren darnach zu bilden; dennalle Redekunst hat sich an Poesie und Fabel gebildet.

Zunächst an der Parabel steht die GeschichteUnd da diese in der Schrift auf morgcnlandischeWeise, d. i. einfältig und kindlich beschriebensteht, so kann ein guter schicklicher Abschnitt dersel-ben an Fruchtbarkeit der Materie oft wirklich füreine Fabel gelten: man kann ihre so einfacheZüge aufhellen, als ob's Geschichte der menschli-chen Seele wäre. Im N. T. erzählt Johannes zudiesem Zweck die Geschichte am lehrreichsten.Eben durch Bemerkung der kleinen Umstandeund daß er sie, wie einen sanften Bach zwischenBlumen und engen Ufern sich fsrtwinden laßt, da-durch