das Studium der Tho logte betr. 2g
stik und die Seele schrumpft mit Gewalt über ihnein. Luthers freie Herzenssprache und reiche bib-lische Analyse habe ich Ihnen schon empfohlen;mir hat sie zuerst den bessern Weg gezeigt; ohnedaß ich sie je hatte nachahmen können oder wollen:denn er spricht auch in ihr als Luther, der sichnichts übel nimmt und übrigens auf Predigten nichtuiel Zeit wenden konnte. In seinem Jahrhun-dert predigten mehrere z. E. Jonas, Malhesius,Weller, Chemnitz u. a. nach seiner Weise; die ana-lytische wurde damals die erste protestantische, all-gemeine Lehrart. In neuen Predigten bin ich sehrunbewandert. In unser» berühmten drei Predigt-Nationen , Engländern, Franzosen und Deutschengiebts sehr viel, viel gute analytischen Predigten:wie ich mich denn über die Parabeln Christi undüber andre historische Texte einiger trefflichen Mu-ster erinnere; verzeihen Sie mir aber, daß ich meinGedächtnis nicht martere. Auf Nachahmung odergar auf Plünderung solcher Stücke käme cS dochüberdem gar nicht an; sondern auf Untersuchungdes Weges, den ihre Verfasser gingen und aufdem sie zu ihrer Vollkommenheit gelangten. LassenSie uns also nach diesem umhcrschaucn.
Der schönste, rundeste Text, über den zu pre-digen ist, ist eine Parabel, und ich bin daherden Vätern gut, daß sie so viele in die Evangelienbrachten: sie hatten statt mancher sich wiederholen-den Wunder noch mehrere, als die vom verlohntenSohn und sonst einige Matth. i 3 , 2>. Luc. 18,21.hineinbringen können. Die Fabel halte ich fürdie Perle des Vortrages in der Moral,