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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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28 Briefe,

mich indessen nicht mißverstehn, so erkläre ichmich weiter.

Die Apostel waren Boten einer neuen Botschaftin alle Welt; so neue, unerhörte, vom Geist in-spicirte Boten zu seyn, müssen wir nicht affecli-ren : wir predigen aus ihnen, nach ihnen und jeder-mann kann sie ja lesen. Die besten Kirchenvaterwaren zugleich die simpelsten Homileten. Ich lassemanchen ihren Witz , ihre Allegorien, ihre glanzen-den Tiraden; aber ihre Kür ze, Einfalt, ihrAnsehen, ihren herzlichen, oder wenn ich so sa-gen darf, Brustvortrag (sloc>usnil-iwr xecto-ris) beneide ich manchem. Es ist eine Schande,daß viele Prediger unter Postillen alt und grauwerden und wenigstens einen Basilius undEhrysostomus nie kennen gelernt haben; hierinbeschämet uns vielleicht die Römische und Griechi-sche Kirche. Die Französische Kanzelberedtsamkeithat sich sehr nach Ehrysostomus gebildet; undin der Griechischen Kirche sind in den seltnen Pre-digten, die sic aufgiebt, noch von Basilius Ein-falt Spuren. Wenn die eigentlich-christliche Epochewenigstens ein silbernes Zeitalter gehabt hat, sowar's das Jahrhundert, da diese Männer und nebenihnen ein Eusebius, Athanasius, Grcgo-rius, Ambrosius, lebten. In den Mönchs-jahrhunderten verschlimmerte sich die Beredtsamkcitsehr und auch Tauler ist außer seiner freilich sehrbestimmten, festen und ich möchte sagen, ehernenMystik, außer seiner nervichten Sprache, kein Mu-ster. Wer zwo Predigten von ihm gelesen hat, hatsie alle gelesen: ec zieht zusammen mit seiner My-