das Studium der Theologie bet r. 19
Da mit der Reformation das Wort GotteSund der gute Geschmack wieder aufkam; sogleichtraten die Confessoren in die Fußtapfen der allenKirche, sie hielten Homilien, sie erklärten dasWort Gottes und wendeten es an. So sinddie Predigten Luthers, Chemnitz, Bullin-gers u. a. bis diese gesunde, alte und populärePredigtart vom dogmatisch-polemischen Geist, zu-lezr gar von Philosophie und Rednerei verdrungenward und man's für besser fand, sich selbst, alsWort Gottes und Christum zu predigen.
Erlauben Sie, m. Fr. , daß ich von dieser,der simpelsten und ältesten Methode zu predigen,die Sie die analytische, oder biblische Pre-diglart nennen mögen, meine Gedanken weitereröffne. Ich halte sie, an ihrem Ort, zumal auchin unsrer Zeit, für die beste; für junge Leute in-sonderheit ist sie die sicherste Pforte zu einer reichenguten Pcedigtübung.
Wir haben ein Wort Gottes, das wir lesen,verstehn, anwcnden und andern erklären sollen : zudessen Erklärung, Lehre und Anwendung Predigereigentlich berufen und angewiesen werden; denmeisten unsrer Predigten liegen gar Texte vor: —worauf weiset uns dies Alles, als aufHomilie,auf eine erklärende, anwendende Pre-digtmethode? Wir sotten nehmlich nicht einWörtlein des Textes, das Wort Und etwa, wäh-len , daraus ein scholastisches oder rednerisches The-ma spinnen, dies abhaspeln und weiter Text undWort Gottes seyn lassen, wo sie sind; dazu brauchtes keine Bibel. Bibel wird in solchen Predigten
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