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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe,

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Je mehr wir's also aus der Bibel, je gemüs-ser wir's ihr und uns selbst und unsermKreise thun; desto besser predigen wir.

Mich dünkt also, das erste Gesetz einer gutenPredigt sey, daß sie nicht Rede, Nednerei inunserm Namen werde. Gottes Willen pre-digen wir, nicht den unsern, sein Thema stellenwir dar, nicht unser Thema. Sobald Predigt,was sic im Munde der Apostel eigentlich war,Botschaft zu seyn aushorte, ward sic Erklä-rung des WortsGoltes, ihrer Schriftenund ihrer Lehre, Anwendung dessen, wasvorgelesen war, in einem stillen christlichenKreise. Dies hieß Homilie und war nicht eigent-lich Orakion, Rede. Diese ist erst spater mitKanzeln und Redesiühlen aufgekommen und nochunterscheiden die blühendsten Redner unter den Kir-chenvätern, Chryfostomus selbst, Homilie undRede. Mich dünkt, Natur und Zweck unterschei-den sie auch; und jene, die Homilie, war dieMutter dieser.

Auslegung der Bibel halte ich also fürdie-vornehmste, beste Predigt und das Wort xoatilla sollte manchen heiligen Redner erinnern, wiefremde diesem Ort und dieser Zeit der Pfauenschmuckseiner Beredsamkeit sey. Er geht verbn

Lssristi et sxostolorum, wie der Pfau hinterder Taube, wie der Marktschreier hinter einem be-scheidenen Mann einher. Wer die gerichtlichenReden Demosthenes und Cicero schlechthin zu Mu-stern unsrer Predigten , nimmt, hat weder Begriffvon Predigt, noch von gerichtlicher Rede; beiderZwecke hat ec nicht verstanden.