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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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düs Studium der Theologie bctr. i5

Man muß aus der Schrift den rechten Schatz,Kern , Saft und Schmack nehmen , welches ist dasErempcl des Glaubens und der Liebe. Daraufsolltu sehen, wo es Gott herausgeschrieben hat, dadarfst du nicht tief darnach graben. Darnach, wenndu dies fürnehmste Stuck hast, so kannst du heim-liche Deutung mit cinführen und als schone Span-gen dazu besten. Die Figuren streiten aber nicht,sondern sie schmücken den Glauben.

Es leidet sich nicht, daß ein jeder mit seinemKopf in die Schrift falle und darin grüble undmehre wie ec will. Es soll sich deß niemand un-terwinden , er habe denn den H. Geist. Hierony-mus und Oriqenes haben dazu geholfen, daß manso allegoriret hat: Gott vergebe es ihnen. Ist ei-tel Lappen- und Kinderwerk, ja Affenspiel, mit derSchrift also gaukeln. Als wenn ich aus Dietrichvon Bern wollte Christum machen und aus demRiesen den Teufel aus dem Zwerge die Hemuth,aus seinem Gefängniß den Tod Ehristi, oder sonstirgend ein Nitterspiel oder Historien vor mich neh-men, daß ich meine Gedanken an übet' und damitspielet', wie der gethan hat, der Oviclii metsrnor-pko8so8 V ganz aus Christum gezogen. Oder wennich St. Georgen Legende nähme und spräche: St.Georg wäre Christus, die Jungfrau, so er erlö-set? , wäre die Christenheit. Der Drache im Meerwäre der Teufel, das Pferd die Menschheit Christi,Wer stehet nicht, daß solche Deutung eitel Gaukel-werk ist?

Als ich jung war, da war ich gelehrt und son-derlich, ehe ich in die Theologie kam, da ging ich