das Studium der Theologie bet r. 9
Theologie ist, hierauf auch der Hauptblick einesSchülers und Lehrers derselben gerichtet seyn müsse,folglich cs nicht darauf allein ankomme, was jederSplitter und Nagel einzeln an seinem Ort bedeutethabe, sondern was er im ganzen Gebäude, darinihn die Vorsehung, über Zeiten und Völker hinaus,gesetzt hat, uns jetzt bedeute. Das erste ist zurKenntniß desselben allein betrachtet; das letzte zumGebrauch desselben für unsre Zeit nöthig. Das erstemacht den Biblischen Antiquar; das zweite den Bib-lischen Theologen. Möge es seyn, daß jedereinzelne Stein des Gebäudes, weder sich als Theil,noch das ganze Gebäude übersah, zu dem er alsTheil gehörte; (er durfte und sollte cs auch nicht;es war auch, der Natur der Sache nach, unmög-lich;) mit uns im Gegentheil, die wir vor demvollendeten Gebäude stehn, ists anders. Dawäre es, dünkt mich, Klcinsinn, wenn wir nichtweiter sehen wollten, als jeder einzelne Theil sehenkonnte: denn eben zur ganzen Ansicht stehetja das ganze Gebäude da. Mich dünkt, insonder-heit bei der Typik sollte dies Hauptgcsichkspunktwerden. Es wäre nchmlich gar nicht die Frage mehr,ob der und jener im A. T. sich selbst als TypuSdeutlich erkannt? ob seine Zeit ihn dafür erkannthabe? sondern ob im Verfolg der Zeiten auf ihnals Vorbild gewiesen sey? und ob (wiewohl dasletztere mit großer Weisheit gedeutet werden müßte)nicht die offenbare Analogie der Sachen undBilder ihn als solches zeige? Nur die spatereAufklärung, die deutliche Entwicklung des fort-gehendenSinnes in dcrZcitsolgc, sammt der Ana-logie des Ganzen zeigt uns das Gebäude in