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Briefe,
tel der Lehre; die Wahrheit selbst ist Zweck, undnur Schwächlinge vergessen diesen über jener. Michdünkt, diese Warnung ist insonderheit zu unsrer Zeitnöthig, da man sich bei dem Einzelnen der Bibelso sehr aushält und Kleinigkeiten ost so genau treibt,daß manche vor lauter Baumen den Wald nicht se»hcn lernen. Sie werden viele Exempcl hiervon ken-nen und noch mehreres vielleicht auch an sich in ih-rem spätem Leben cinsehcn lernen. Nicht, daß ichden Fleiß im Einzelnen gering schätzte: alles Ganzebesteht nur aus Theilen und meine Briefe habenbisher zur größesten Sorgsamkeit hierin ermuntert»nur muß man nicht über dem Kleinen und Aller-kleinsten das Größeste von allem, den Inhaltder gestimmten Schrift verfehlen. Nur der Blickaufs Ganze macht im Kriege den Helden, im thä-tigen Leben den Mann von Geschäften, in derKunst den Künstler, in der Wissenschaft den Wei-sen, im Studium der Theologie den Theologen;ohne ihn ist der erste nur ein Soldat, der zweiterin Laglöhncr, der dritte ein Handwerker, der vier-te, so Gott will, ein Gelehrter und der letzte einSylbenkrämer.
Neun und dreissigster Brief.
Sie haben recht, m. Fr., daß, wenn nur dieSumme dessen, was uns dieBibel lehrt,The ologie und in seiner Anwendung praktische