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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
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Briefe,

Weg also mit der einzäunenden Methode, diegewisse Sylbcn statt den Sachen setzt, die jene dochnur bedeuten! Weg mit dem einförmigen Vor-trage , der das Kind unsrer Schwachheit und Un-wissenheit, oder unsers Eigensinns und einer starrenGewohnheit, nicht aber der Wahrheit und des gött-lichen Verstandes ist! Von dem, was wir Pre-digt nennen, liefert uns die Bibel, der Hand-werksform nach, kein Muster, geschweige daß sieuns ein einziges unveränderliches Muster gebe. Diesewie jede andere Form eines Vortrages ist mit derZeit und nach Bedürfnissen der Zeit entstanden: mitsolchen hat sie abgewechselt, nach solchen muß siegemessen, gebildet und bcurtheilt werden. MoseSund die Propheten, Propheten und die Apostel,diese und Christus; alle sagen Gottes Wahrbeitmit Gottes Kraft, nur jeder sagt sie auf seineWeise, und keine zwei Propheten, und keine zweiApostel sind sich einander hierin völlig ähnlich. Je-der spricht, nachdem ihm der Geist gab auszuspre-chcn, treu seinem Eindruck der Wahrheit. In die-sem , in der Materie selbst, liegt der Same zumganzen lebendigen Gewächs, die Bestimmung seinerForm und ganzen Erscheinung, so wie der Geistden Körper, wie jedesmal und in jeder Gattungder Schreibart der Sinn den Vortrag bildet.

Wie erquickend und aufmunternd diese reicheAbwechselung des Vortrages der Bibel sey, werdenSie einmal in manchen Ermattungen Ihres Amtsfühlen. Wer wollte, wer könnte über eine hölzerneMetaphysik, wenn sie Autorität der Bibel hatte undihre Scholastik zum ewigen Wortwirbel aufdrangc,