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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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das Studium der Theologie betr. ö

den kann. Was will uns der Schöpfer mit diesemreichen Anblick sagen? Was anders, als daß erjede Gabe der Natur, jede unschuldige Nei-gung einer menschlichen Seele in ihrer Art ehre?Selbst mit seiner himmlischen Kraft und Wahrheitbequemt er sich einem Jeden, wirkt in ihn, wiesein Bedürfniß cs erfordert, reicht ihm Geistes-speise , wie seine Seele, sein Geschmack und Organsie kosten kann und mag. So wirkt die Sonne mitihren Strahlen, so der Thau und Regen mit seinerbefruchtenden Erquickung ähnlich der Natur jederPflanze? so handelt Gott in der Natur, so wollteer auch in der Schrift handeln. Nichts ist fremderdem Wort Gottes, als eine beschrankende Elausurvon Worten, ein einförmiger, hölzerner Vortragfür alle Seelen, der sodann wirklich für keine See-len wäre: denn sie sind ja von eben demselben Gottund Schöpfer nicht alle so einförmig gebildet.Also ists eben die edle, große Manier, die wir derBibel ablernen sollen, uns selbst treu zu seyn imErkenntniß der Wahrheit, in ihrem Vortrage aberallen allerlei zu werden, weil man sonst keinem wasrechts wird. So wenig Gott mit seiner Offenbar-ung dadurch an Wahrheit, Bestimmtheit und Ein-heit verlor, daß er sich jedem Zeitalter, jedemSchreiber und jeder Menschenart bequemte: so we-nig lasset uns glauben, daß die so mannichfaltigeSchrift auf dem Wege der Mannichfaltigkcit durchuns etwas verlieren werde. Je fester ein Menschist, desto mehr kann er sich andern bequemen; jereicher und stärker, desto vielfacher und kräftigerandern dienen.