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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe,

die Sprache unsre Gedanken bestimmt und ge-ordnet werden, wie wir durch das Lehren and-rer am besten selbst lernen und wie überhauptdas, was man Bildung der Seele nennt, nichtblos durch eine Reihe von Gedanken oder durchdie Materie dessen, wa§ man weiß, geschätzt wer-,den kann, sondern auch und vornämlich die Form,wie man cs weiß und gegen Andre äußert, kurz,Denkart und Lebensweise dazu gehöret: soist, und zwar in einem weitläuftigern Verständeals Demosthenes das Wort brauchte, auch hier dasErste und Letzte Handlung. Was hülfe Ihnenalles Studiren der Bibel, der Dogmatik, Polemik,Moral und aller geistlichen Wissenschaften, wenn siewie todtes Korn in Ihnen verschlossen lägen undweder durch Sprache, noch durch Uebung nützlichwürden? Leider verlieren wir heut zu Tage bei un-srem gar zu vielen Wissen und Lernen oft denZweck, wozu wir lernen? und ob etwas davonin unserm Leben zur Anwendung tauge?

Die Bibel, das Buch Gottes aus so vielenZeit - und Menschenaltcrn hat auch da rinn etwasBesondres, daß ihr Vortrag auf so mannichfaltigeWeise, gleichsam für alle Zeiten und Menschenwechselt. Welch eine Gattung von Vor-trage gäbe es, die nicht in ihr irgendwo ange-wandt wäre? Arten der Poesie und Prose, dieverschiedendstcn Vorträge so verschiedener Bücher undZeiten über das ganze Einerlei und Mancherlei vonMaterien in ihrem Kreise, liegt vor uns: ein Gar-ten voll Blumen und Früchte, da jede Biene sau-gen, jeder Wurm und Mensch seine Nahrung sin;