Acht und dreißigster Brief.
-<i)edcr Ihnen, noch mir, m. Fr., soll unsre bis-herige Feier geschadet haben: der Same der Wissen-schaft bedarf auch in den besten Gcmüthern nichtminder Zeit zu keimen und hervorzublühn, als dernatürliche Same in der Erde. Ihre Ansragen undZweifel über meine vorhergehende Briefe sind treuaufbewahrt und sollen zu rechter Zeit beantwortetwerden; jetzt lasten Sie uns vor allen Dingen zueiniger Runde unsers Werks kommen , und da dochniemand die Wissenschaften, blos um sie zu wissenlernet; vom Gebrauch, vom Nutzen, von derAnwendung reden, zu denen auch Sie Theolo-gie lernen und treiben: denn das Ziel bestimmt dieLaufbahn.
Es ist, außer Ihrer Selbstbildung, die Bil-dung und Besserung andrer, durch Vortrag.Ich sage: Vortrag, nicht Predigt: denn das un-schuldige Wort ist verschrieen und ich begreife untermeinem Ausdruck auch etwas mehr, als man ge-meiniglich Predigten nennt. So wie nämlich durch
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