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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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290 Ideen zur Philosophie

gegengestellt, sie stürzen und aufwiegen sollten, er-reichten selbst beym Volke diesen Zweck so wenig, dcißsie ihm vielmehr ein neues Acrgerniß wurden. Alsoging auch hier der zukünftige Sturz der grvßestenTyrannin, der Hierarchie, vom ärmsten Anfänge,der Einfalt und Herzlichkeit aus; zwar nicht ohneVorurtheile und Jrrthümer, jedoch sprachen dieseeinfältigen Kons konnuos in manchen fteycr, alsnachher selbst manche der Reformatoren thun moch-ten.

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Was Einentheils der gesunde Menschenverstandthar, ward auf der andern Seite von der spekuli-erenden Vernunft zwar langsamer und feiner,doch aber nicht unwirksam befördert. In den Klo-stcrschulcn lernte man über des heil. Augustinus undAristoteles Dialektik disputircn; und gewohnte sich,diese Kunst als ein gelehrtes Turnier - und Rittcr-spicl zu treiben. Unbillig ist der Tadel, den manauf diese Düputirfreyheit als auf eine gar unnützeUebung der mittleren Zeiten wirft: denn eben damalswar diese Freyhcit unschätzbar. Disputircnd konntemanches in Zweifel gezogen, durch Gründe oder Ge-gcngründe gesichtet werden, zu dessen positiver oderpraktischer Bczwcifeluyg die Zeit noch lange nicht dawar. Fing nicht die Reformation selbst noch damitan, daß man sich hinter Dispurirgesetze zog, undmit ihrer Freyhcit schützte? Als aus den Kloster-schulen nun gar Universitäten, d. i. mit papst- undkaiserlicher Freyhcit begabte Kampf- und Rittcrplatzewurden: da war ein weites Feld eröffnet, die Sprache,die Geistesgegenwart, den Witz und Scharfsinn ge-