?8r Ideen zur Philosophie
waren Städte errichtet, längst wurden älteren Städ-ten ihre Rechte bestätigt und erweitert; und wennsich dem wachsenden Fleiß und Handel dieser Stabteauch die Freyheit des Landmannes früher oder spätermit anschloß, wenn selbst das Anstreben zur Unab-hängigkeit solcher Municipalitaten in dem Gange dersich aufrichtenden Monarchie nothwendig begriffenwar: so dürfen wir nicht in Palästina suchen, wasuns im Strom der Veränderungen Europa's nachHellen Veranlassungen zuschwimmt. Auf einer heili-gen Narrheit beruht schwerlich das dauerhafte Sy-stem Europa's.
5. Auch Künste und Wissenschaftenwurden von den eigentlichen Kreuzfahrern auf keineWeise befördert. Die liederlichen Heere, die zuerstnach Palästina zogen, hatten keinen Begriff dersel-ben, und konnten ihn weder in den Vorstädten vonKonstantinopel, noch in Asien von Türken undMamluckcn erhalten. Bcy den späteren Feldzügendarf man nur die geringe Zeit bedenken, in welcherdie Heere dort waren, die Drangsale, unter welchensie diese wenige Zeit oft nur an den Grenzen desLandes zubrachten, um dem glänzenden Traum mit-gebrachter großer Entd.ckungcn zu entsagen. DiePendeluhr, die Kaiser Friedrich der Zweyte von Me-ledin zum Geschenk erhielt, brachte noch keine Gno-monik, die griechischen Pallaste, die die Kreuzfahrerin Konstanrinopel anstauneten, noch keine bessereBaukunst nach Europa. Einige Kreuzfahrer, inson-derheit Friedrich der Erste und Zweyte wirkten zurAufklärung mit; jener aber that es, che er das Mor-genland sah, und diesem war nach seinem kurzenAufenthalt daselbst diese Reise nur ein neuer Antrieb,