der Geschichte der Menschheit. r8r
und so herrschten sie zuletzt von der Weichsel bis zurDüna und Newa in ritterlicher Ucppigkeit und Aus-schweifung. Die alte Preußische Nation ward ver-tilget, Litthauer und Samojeden, Kuren, Letten undEsthcn wie Hccrdcn dem deutschen Adel vertheilet.Nach langen Kriegen mit den Polen verloren siczuerst das halbe (1466.), sodann das ganze Preu-ßen (r 52 v.), endlich auch Lief- und Kurland (r 56 o,);sie ließen in diesen Gegenden nichts als den Ruhmnach, daß schwerlich ein erobertes Land stolzer undunterdrückender verwaltet worden, als sie diese Küstenverwaltet haben, die, von einigen Seestädten kulti-virt, gewiß andre Länder geworden waren. Ueber-haupt gehören alle drey angeführte Orden nicht nachEuropa, sondern nach Palästina. Da sind sie ge-stiftet, dahin in ihren Stiftungen gewiesen. Dortsollten sie gegen Ungläubige streiten, in Hospitälerndienen, das heilige Grab hüten, Aussätzige pflegen,Pilger geleiten. Mit dieser Absicht sind auch ihreOrden erloschen; ihre Güter gehören christlichen Wer-ken, vorzüglich Armen und Kranken.
4. Wie der neue Wappenadel einzig und alleinvon der wachsenden Monarchie in Europa seine Be-stimmung erhielt: so schreibt sich die Frey heitder Städte, der Ursprung der Gemeinheiten, end-lich auch die Entlassung des Landmannes in unsermWcltthcil von ganz andern Ursachen her, als diesetolle Kreuzzüge gaben. Daß im ersten Fiebcranfallderselben allen liederlichen Haushältern und Schuld-nern ein Verzug zugestanden, Lehnsmänner und Leib-eigne ihrer Pflichten, Steuernde ihrer Steuer, Zin-sende ihrer Zinsen entlassen wurden, das gründetenoch nicht die Rechte der Freyheit Europa's. Langst