266 Ideen zur Philosophie
Manier fortgebreitet. Indessen vcrartete diese Kunstbald, und ging, wie in Frankreich zum losen Hand-werk hcrumziehender ^oiiAleurs, so in Deutschlandzur Meistersanaerey über. In Sprachen, die wiedie Provcnzalische selbst aus der Lateinischen entstan-den waren, und Romanische hießen, konnte sie besserwurzeln und hat von Spanien aus über Frankreichund Italien bis nach Sicilien hin, weit lebhaftereFrüchte getragen. In Sicilien auf ehemals Arabi-schem Boden erstand wie in Spanien die erste Ita-lienische Dichtkunst.
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2. Was die Araber von Süden ansingen, da-zu trugen von Norden aus die Normanner inFrankreich, England und Italien noch mächtigerbe„. Als ihr romantischer Charakter, ihre Liebe zuAbenteuern, Heldensagen und Nitterübungcn, ihrenordische Hochachtung gegen vie Frauen, mit dems.incrcn Rittcrthum der Araber zusammentraf, sogewann solches damit für Europa Ausbreitung undHaltung. Jetzt kamen die Sagen, die man Ro-mane nennet und deren Grund langst vor den Krcuz-züzen da war, mehr in Gang: denn von jeher hat-ten alle Deutsche Völker das Lob ihrer Helden ge-priesen; diese Gesänge und Dichtungen hatten sichauch in den Jahrhunderten der tiefsten Dunkelheitan den Höfen der Großen, ja selbst in Klöstern er-ha ten; ja jemchr die achte Geschichte verschwand,desto mehr hatten sich die Köpfe der Menschen zurgeistlichen Legende oder zur Romansage geformet.