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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. 265

Liebe (Oorm eln H,rnc>r) Anlaß, cm welchem Nie-ter und Damen, Könige und Fürsten als Richterund Partheycn Antheil nahmen. Vor ihm bildetesich die Lisnaia, die Wissenschaft der Troba-doren, die zuerst eine Liebhaberei) des höchsten Adelswar, und nur mit der Zeit, nach europäischer Wei?se als eine Hof-Lustbarkeit betrachtet, in die Händeder Loniacloras, Druanss und Lut'onss, d. i. derMahrchencrzahler, Possenreißer und Hofnarren gc-kieth, wo sie sich selbst verächtlich machte. In ih-ren ersten blühenden Zeiten hatte die Dichtkunst derProvenzalcn eine sanstharmonische, rührende undreizende Anmuth, die den Geist und das Her; ver-femte, Sprache und Sitten bildete, ja überhauptdie Mutter aller neuern europäischen Dichtkunstward. Ueber Languedok, Provence, Barcelona, Ar-ragonien, Valencia, Murcia, Majorca, Minorca,hatte sich die Limosinische Sprache verbreitet; in die-sen schönen vom Meer gekühlten Landern stieg dererste Hauch seufzender oder fröhlicher Liebe auf. DieSpanische, Französische und Italienische Poesie sindihre Töchter: Petrarca hat von ihr gelernt und mitihr gewetteifert: unsre Minnesinger sind ein spaterund härterer Nachklang derselben, ob sie gleich un-streitig zum Zartesten unsrer Sprache gehören. AusItalien und Frankreich nämlich hatte der allgemeinverbreitete Rittecgeist einige dieser Blüthen auch überdie Alpen nach Schwaben, Oesterreich, Thüringenmit hinübergewehet; einige Kaiser aus dem Staufi-schen Hause, und Landgraf Hermann von Thürin-gen hatten daran Vergnügen gefunden, und mehrereDeutsche Fürsten, die man sonst nicht kennen wür-de, haben ihre Namen durch einige Gesänge in dieser