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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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264 Ideen zur Philosophie

Hot auch der Rittcrgcist sich dem Charakter der Spa^nicr so ties cinqcpraget, daß völlig nach arabischerWeise selbst die irrenden und die Ritter der Liebebe» ihnen nicht bloße Geschöpfe der Einbildungskraftwaren. Die Romanzen, d. i. historische Lieder in-sonderheit ihrer Ritter - und Licbesbegebcnheiten,vielleicht auch der Roman, der älteste Amadis z. B.)sind Gewächse ihrer Sprache und Denkart, in welchernoch in einer spaten Zeit Cervantes den Stoff zuseinem unvergleichlichen National - Roman, Don-Ouipotte de la Mancha fand. Vorzüglich aber hatsich sowohl hier als in Sicilien, den beyden Ge-genden , die die Araber am längsten besaßen,. ihrEinfluß in die fr ö h l ich e D i c h t k un st gezei-gt *).

In jenem Erdstrich nämlich, den bis zum EbroKarl der Große den Arabern abgcwann, und mit Li-mosincrn, d. i. mit Einwohnern aus Südfrankreich,besetzte, bildete sich mit der Zeit dies - und jenseitder Pyrenäen in Arabischer Nachbarschaft die erstePoesie neuerer Muttersprachen Europa's, die Pro-vcnzal - oder Limosinische Dichtkunst.Tenzoncn, Sonnette, Idyllen, Villancscas, Sir-ventes, Madrigale, Canzonen und andre Formen,die man zu sinnreichen Fragen, Gesprächen undEinkleidungen über die Liebe erfand, gaben, da al-les in Europa Hof - oder Meistcrrccht haben mußte,zu einem sonderbaren Tribunal, dcm Hof der

*) S. Velasquez Spanische Dichtkunst, und alledie über Provenzalen, Minnesinger u. f. geschrie-ben haben.