der Geschichte der Menschheit. 25 ,
thaten was sie konnten: sic stifteten Städte und be-gnadeten sie: sic nahmen Künstler und Handwerker-unter ihren Schutz, zogen Kaufleute, ja selbst diecbraischen Wucherer unter ihre Gerichtsbarkeit, er-ließen jenen die Zölle, gaben diesen oft schädlicheHandelsfreyheiten, weil sie des jüdischen Geldes be-durften; Key dem allen aber konnte unter vorgenann-ten Umständen auf dem festen Lande Europa's nochkein freyer Gebrauch oder Umlauf des menschlichenFleißes zu Stande kommen. Alles war abgeschlos-sen, zerstückt, bedrängt; und nichts war also natür-licher, als daß die südliche Behendigkeit und Wokl-gelegenheit der nordischen Emsigkeit auf eine Zeitvertrat. Nur aber auf eine Zeit: denn alles wasVenedig, Genua, Pisa, Amalsi gethan haben, istinnerhalb dem mittelländischen Meer geblieben; dennordischen Seefahrern gehörte der Ocean und mitdem Ocean die Welt.
Venedig war in seinen Lagunen wie Romentstanden. Zuerst der Zufluchtsort derer, die beyden Streifcrcyen der Barbaren auf unzugängliche,arme Inseln sich retteten, und wie sie konnten, nähr-ten; sodann mit dem alten Hafen von Padua ver-einigt, verband es seine Flecken und Inseln, ge-wann eine Regierungsform, und stieg von dem elen-den Fisch- und Salzhaudel, mit welchem es ange-fangen halte, auf einige Jahrhunderte zur erstenHandelsstadt Europa's, zum Vorralhshause derWaa-ren für alle umliegende Länder, zum Besitzthummehrerer Königreiche und noch jetzt zur Ehre des