der Geschichte der Menschheit. 2^7
seines Kochers und Bogens. Sein Pegasus ist seinedles Roß, oft unansehnlich, aber verständig, treuund unermüdlich. Die Poesie der Perser dagegen,die, wie ihre Sprache, von der arabischen abstam-met, hat sich, dem Lande und Charakter der Nationgemäß, wollüstiger, sanfter, und fröhliches zu einerTochter des irdischen Paradieses gebildet. Und ob-wohl keine von beyden die griechischen Kunstformender Epvpee, Ode, Idylle, am mindesten des Dramakennet, keine von beyden auch, nachdem sie diesekennen gelernt, solche hat nachahmcn wollen oderdürfen : so hat sich doch eben deshalb die eigne Dich-tergabe der Perser und Araber nur desto kenntlicherausgcbildct und verschonet. Kein Volk kann sichrühmen, so viele leidenschaftliche Beförderer der Poesiegehabt zu haben, als diö Araber in i^rcn schönenZeiten; in Asien breiteten sie diese Leidenschaft selbstauf tatarische, in Spanien auf christliche Fürstenund Edle aus. Die eiswaia der Limos,irischenoder Provenzal-Dichtkunst ist diesen von ihren Fein-den , den nachbarlichen Arabern, gleichsam aufge-drungen und aufgcsungm worden; und so bekam all-mählich, aber sehr rauh und langsam, Europa wie-der ein Ohr für die feinere lebendige Dichtkunst.
Vorzüglich bildete sich unter dem morgenlandi-schen Himmel der fabelhafteste Theil der Dichtkunstaus, das Mahrchen. Eine alte ungeschriebeneStammessage wird mit der Zeit schon ein Mahrchen;und wenn die Einbildung des Volks, das solche er-zählet, fürs Ucberkriebene, Unbegreifliche, Hohe undWunderbare gestimmt ist, so wird auch das Ge-meine zur Seltenheit, das Unbekannte zum Außer-ordentlichen erhoben, dem dann zu seiner Ergötzung