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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. 221

im Ebristenthum zu sinken glaubte, nebst einer ho-hen Begeisterung für die Lehre von Einem Gott unddie Weise, ihm durch Reinigkeit, Andacht und Gut-lhätigkcit zu dienen, der Grund seines Prophctcnbe-rufs gewesen zu seyn scheinen: so waren verderbteTraditionen des Juden - und Ehrisienthums, die poe-tische Denkart seiner Nation, die Mundart seinesStammes und seine persönlichen Gaben gleichsam dieFittige, die ihn über und außer sich selbst forttrugen.Sein Koran, dies sonderbare Gemisch von Dicht-kunst, Beredsamkeit, Unwissenheit, Klugbcit undAnmaßung, ist ein Spiegel seiner Seele, der seineGaben und Mangel, seine Neigungen und Febler,den Selbstbetrug, und die Nothbchelfc, mit denen ersich und andre täuschte, klarer als irgend ein andrerKoran eines Propbctcn zeiget. Bey veranlassendenUmstanden, oder wenn er aus einer beschauendenEntzückung zu sich kam, sagte er ihn in einzelnenStücken her, ohne dabe» an ein schriftliches Erstemzu denken; es waren Ergießungen seiner Phantasie,oder ermunternde, strafende Prophctenreden, die erzu andrer Zeit als etwas, das über seine Kräfte ging,als eine göttliche, ihm nur verliehene Gabe selbst an-staunte. Daher forderte er, wie alle mit sich getäusch-te starke Gcmüther, Glauben, den er zuletzt auch vonseincn bittersten Feinden zu erpressen wußte. Kaumwar er Herr von Arabien, so sandte er schon an allebenachbarte Reiche, Persien, Aethiopien, Pemcn,ja den griechischen Kaiser selbst, Apostel seiner Lehre,weil er diese, so national sie war, als die Religionaller Völker ansah. Die harten Worte, die ihm beyder Rückkunft dieser Gesandten, als er die Weige-rung der Könige hörte, entfielen, nebst jener berühm-