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Ideen zur Philosophie
den mit Aberglauben durchwebt war. Der Teufelund das Kreuz, Heiligthümcr und Wortforinclnspielten darin ihre große Rolle: denn die wahre Na-turkenntniß war bis auf wenige Traditionen ver-schwunden aus Europa. Dabcr so manche Krank-heiten, die unter dem Namen des Aussatzes, derPest, des schwarzen Todes, des St. Veitstanzesmit ansteckender Wulh ganze Lander durchzogen:niemand that ihnen Einhalt, weil niemand sie kann-te, und die rechten Mittel dagegen anwandke. Un-reinlichkeit in Kleidern, Mangel des Lcinenzcuges,enge Wohnungen, selbst die vom Aberglauben bene-belte Phantasie konnte sie nicht anders als befördern.Das wäre eine wahre Schirmvogtey gewesen, wennganz Europa unter dem Geheiß des Kaisers, desPapsts und der Kirche sich gegen den Einbruch sol-cher Seuchen, als wahrer TeufelSwcrke, vereinigtund weder Blattern, noch Pest und Aussatz in ihreLander gelassen hatten; man ließ sie aber kommen,wüten und toben, bis das Gift sich selbst verzehrte.Die wenigen Anstalten, die inan dagegen machte, istman indeß auch der Kirche schuldig; man trieb alsWerk der Barmherzigkeit, was man als Kunst nochnicht zu treiben wußte *).
*) Die Geschichte dir Blattern, der Pest, des Aus-satzes n. f. ist aus de» Schriften mehrerer ge-schickten Aerzte bekannt, die auch Borschlage zuAusrottung dieser -liebes gethan und zum Lheilbewirkt haben. In Möhsens Geschichte derWissenschaften in der Mark Brandenburg sindüber die Arzneykunst und die Heilungsanstalren