der Geschichte der Menschheit. 2i3
4. Die Wissenschaften waren nicht so-wohl im Staat, als in der Kirche. Was diesewollte, ward gelehrt und allenfalls geschrieben: ausMönchsschulen ging alles aus; eine Mönchsdenkartherrscht also auch in den wenigen Produkten desGeistes, die damals erschienen. Selbst die Geschich-te ward nicht für den Staat, sondern für die Kir-che geschrieben, weil außer den Geistlichen äußerstwenige lasen; daher auch die besten Schriftsteller desMittelalters Spuren des Psaffenthums an sich tra-gen. Legenden und Romane, das Einzige, was derWitz der Menschen damals ersann, drchcten sich ineinem engen Kreise: denn wenige Schriften der Al-ten waren in einigem Gebrauch; man konnte alsowenig Ideen vergleichen und die Vorstellungsarten,die das damalige Christcnthum gab, waren im Gros-sen bald erschöpfet. Eine poetische Mythologie ge-währte dies ohnedem nicht; einige Züge aus der al-ten Geschichte und Fabel von Rom und Troja mitden Begebenheiten näherer Zeitalter vermischt, web-ten den ganzen rohen Teppich der mittleren Dicht-kunst. Auch als diese in die Volkssprache überzuge-hcn ansing, begann man von geistlichen Dingen,die auf eine seltsame Weise mit Helden- und Rit-terfabeln vermengt wurden. Uebrigens kümmertenweder Papst noch Kaiser * *) sich um die Literatur,
mittlerer Zeiten gute Nachrichten und Bemerkun-gen zu finden.
*) Die einzelnen Ausnahmen von dieser traurigenWahrheit werden im folgenden Buch angedeutet