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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. 209

Ordens trat, so waren ein Dritttheil derselben Reli-gionsgebräuche. Andacht verband sich im Orden mitEhre und Liebe: denn für die Christenheit, wie fürdie gekränkte Tugend und Unschuld das Schwert zuführen, war der angebliche Zweck aller Ritterorden.Langst waren Christus und die Apostel, die MutterGottes und andre Heilige, Schutzpatrone der Chri-stenheit, aller Stande und Aemter, einzelner Zunsre,Kirchen, Abbteyen, Schlosser und Geschlechter ge-wesen; bald wurden ihre Bilder Heereszeichcn, Fah-nen, Siegel; ihre Namen das Feldgeschre», die Lo-sung. Man griff bey Verlesung des Evangeliumans Schwert, und ging zur Schlacht mit einemKyrie Eleison. Alle Gebräuche in dieser Denkartbereiteten jene Kriege wider Ketzer, Heiden und Un-gläubige dermaßen vor, daß zu rechter Zeit nur eingroßer Aufruf mit heiligen Zeichen und Versprechun-gen erschallen durfte: so zog Europa gegen Sarace-nen, Albigenser, Slavcn, Preußen und Polen. So-gar der Ritter und Mönch konnten sich zur sonder-baren Gestalt geistlicher Ritterorden vereinigen: dennin einzelnen Fällen hatten Bischöfe, Aebbte, jaPäpste selbst den Bischofsstab mit dem Schwert ver-wechselt.

Ein kurzes Beyspiel dieser Sitten gibt uns dieeben erwähnte Stiftung des Königreichs Ungarndurch die Hand des Papstes. Lange hatten Kaiserund Reich gerathschlagct, wie die wilden, so oft ge-schlagenen Ungarn zur Ruhe zu bringen wären: dieTaufe war dazu das einzige Mittel; und als diesesnach vieler Mühe gelang, da ein im Ehristenthumerzogener König, der heilige Stephan, selbst dasWerk der Bekehrung trieb, da ward ihm eine apo-Philos. und Gesch. VI. Th. O Neen. bV.