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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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oer Geschichte der Menschheit. uo3

Gregor den Siebenten kümmerten die Liebeseufzerder kranken Nonnen, die vcrstohlnen Wege der Or-densbrüder , die stummen und lauten Sünden derGeistlichen, die durch sie gekrankten Ehen, die ge-sammleten Güter der tobten Hand, der genährte Ehr-geiz des abgesonderten heiligen Standes und jedeandre Verwirrung nicht, die daraus erwachsen mußte;im Buch der Geschichte aber liegen die Folgen davonklar am Tage.

5. Also wollen wir auch von den Wallfahr-ten heiliger Müßiggänger nicht viel rühmen; wo sienicht auf eine versteckte Weise dem Handel oder derKundschaft unmittelbar dienten, haben sic zur Lan-der- und Völkrrkenntniß nur sehr zufällig und un-vollkommen beygetragen. Allerdings war eS einegroße Bequemlichkeit, unter einem heiligen Pilger-kleide allenthalben Sicherheit, in wohlthätigen Klö-stern Speise und Ruhe, Reisegefährten auf allenWegen, und zuletzt im Schatten eines Tempels oderheiligen Haines den Trost und Ablaß zu finden,dessen man begehrte. Führet man aber den süßenWahn zur ernsten Wahrheit zurück: so siehet manin heiligen Pilgerkleidern oft Missekhäter ziehen, diegrobe Verbrechen durch eine leichte Wallfahrt versöh-nen wollen, irre Andächtige, die Haus und Hofverlassen oder verschenken, die den ersten Pflichtenihres Standes oder der Menschheit entsagen, umnachher Lebenslang verdorbene Menschen, halbe Wahn-sinnige, anmaßende oder ausschweifende Thoren zubleiben. Das Leben der Pilger war selten ein hei-liges Leben; und der Aufwand, den sie noch jetzt anden Hauptorten ihrer Wanderschaft einigen König-reichen kosten, ist ein wahrer Raub ihrer Lander.