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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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Ideen zur Philosophie

Ein Einziges schon, daß diese andächtige Krankheit,nach Jerusalem zu wallfahrten, unter andern auchdie Kreuzzüqe hccvorgebracht, mehrere geistliche Or-den veranlasset, und Europa elend entvölkert hat,Dies allein zeuget schon gegen dieselbe; und wennMissionen sich hinter sic versteckten, so hatten diesegewiß kein reines Gute zum Endzweck.

6. Das Band endlich, dadurch alle römisch-katholische Lander unläugbar vereint wurden, dielateinische Mönchssprache, hatte auch man-che Knoten. Nicht nur wurden die Muttersprachender Völker, die Europa besaßen, und mit ihnen dieVölker selbst in Rohheit crbalten; sondern es kamunter andern auch hiedurch insonderheit das Volkum seinen letzten Antheil an öffentlichen Verhand-lungen , weil cS kein Latein konnte. Mit der Lan-dessprache ward jedeSmal ein großer-Theil des Na-tionalcharakters aus den Geschäften der Nation ver-drängt; wogegen sich mit der lateinischen Mönchs-sprache auch jener fromme Mönchsgeist cinschlich, derzu gelegener Zeit zu schmeicheln, zu erschleichen, wohlauch zu verfälschen wußte. Daß die Akten sämmt-licher Nationen Europa's, ihre Gesetze, Schlüffe,Vermächtnisse, Kauf- und Lehninstrumente, endlichauch die Landesgeschichte so viele Jahrhunderte hin,durch latem geschrieben wurden; dies konnte zwarder Geistlichkeit, als dem gelehrten Stande sehr nütz-lich, den Nationen selbst aber nicht anders als schäd-lich seyn. Nur durch die Kultur der vaterländischenSprache kann sich ein Volk aus der Barbarey he-ben ; und Europa blieb auch dechalb so lange barba-risch, weil sich dem natürlichen Organ seiner Bewoh-ner , fast ein Jahrtausend hin, eine fremde Sprache