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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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»94 Ideen zur Philosophie

fern Staatsordnung, sammt allem was dazu gehört,gelegen gewesen se», erweiset die ganze mittlere Ge-schichte. Der beste Keim konnte zertreten werden,sobald er gefährlich ward: auch der gelehrtere Papstmußte seine Einsichten verbergen oder bequemen, so-bald sie dem ewigen Interesse des römischen Stuhlszu weit aus dem Wege lagen. Dagegen, was diesInteresse nährte, Künste, Zinsen, Aufruhr-erregendeMunicipalstadte, geschenkte Aecker und Lander, dasward zur größern Ehre Gottes gepflegt und verwaltet.Bcy aller Bewegung war die Kirche der stillstchendcMittelpunkt des Universum.

5. Zu diesem Zweck durfte der römi-sch en S ta ats h e r r sc h aft alles dienen, wasihr nützte; Krieg und Schwert, Flamme undGefangniß, erdichtete Schriften, Meineid auf einegethcilte Hostie, Jnquisttionsgcrichte und Interdikte,Schimpf und Elend, zeitliches und ewiges Unglück.Um ein Land gegen feinen Landesherren aufzubrin-gcn, konnten ihm alle Mittel der Seligkeit, außerin der Todesstunde, genommen werden; über Got-tes - und Menschengebote, über Völker - und Men-schenrechte wurde mit den Schlüsseln Petrus gewaltet.

6. Und da dies Gebäude allen Pfor-ten der Hölle überlegen seyn sollte: dadies System Kanonischer Einrichtungen, die Machtder Schlüssel zu binden und zu lösen, die zauberischeGewalt heiliger Zeichen, die Gabe des Geistes, dersich von Petrus an auf seine Nachfolger und ihreGeweihetcn fortpflanzet, nichts als Ewigkeit predigt;wer könnte sich ein tiefer eingreifendes Reich geden-ken e Seel- und Leibeigen gehöret ihm der Stand