Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 187

ehreten, scheusten desselben obersten Priester. Attilazog zurück: Geiserich gab nach: ergrimmte Longobar-dische Könige warfen sich, noch ehe er Roms Herrwar, vor ibm nieder. Lange wußte er zwischen Bar-baren und Griechen die Mitte zu halten; er wußtezu theilcn, damit er einst regiere. Und als die thci-lende Staatskuast nicht mehr gelang, da hatte ersein katholisches Frankreich zur Hülfe sich schon zu-bercitct; er zog über das Gebirge, erhielt von sei-nem Befreyer mehr als er gesucht hatte, seine Bi-schofsstadt mit alten Städten des Exarchats. End-lich ward Karl der Große römischer Kaiser; und nunhieß es: Ein Rom, Ein Kaiser, Ein Papst! dreyunzertrennliche Namen, die fortan das Wohl unddas Uebel der Völker wurden. Unerhört ists, wassich der römische Bischof schon gegen den Sohn sei-lt, s Wohlthaters erlaubte; noch mehrercs wartete aufseine spateren Nachfolger. Er schlichtete zwischen denKaisern, gebot ihnen, entsctzete sie und stieß dieKrone von ihrem Haupt, die er ihnen gegeben zuhaben glaubte. Die gutmüthigen Deutschen, die35 » Jahre lang dieses Kleinodes halber nach Nomzogen und ihm das Blut ihrer Nation willig auf-opferten, sie waren es, die den Uebermuth der Papstezu seiner schrecklichsten Höhe erhüben. Ohne einendeutschen Kaiser und die traurige Verfassung seinesReichs wäre nie ein Hildebrand entstanden; und nochjetzt ist Deutschland seiner Verfassung wegen einRuhekissen der römischen Krone.

Wie das heidnische Rom seinen Eroberungenbequem lag: so war das christliche Rom den seini-gcn wohlqelegen. Von der Nord - und Ostsee, vomschwarzen Meer und der Wolga kamen zahllose Völ-