Zur Philos. der Geschichte der Menschheit. r85
ein, das Haupt der Völker auf seine Weise zuwerden. Alle Sagen von Petrus Bischof- undMärtyrerthum waren zu Antiochien oder Jerusalemnicht von der politischen Wirkung gewesen, wie siekn der blühenden Kirche des alten ewigen Romswurden: denn wie viel fand der Bischof dieser ehr-würdigen Stadt, das ihn fast ohne seinen Willencmporhcbcn mußte! Der unaustilgbare Stolz desrömischen Volks, dem so manche Kaiser hatten wei-chen müssen, trug ihn auf seinen Schultern, undgab ihm, dem Hirten des ersten Volks der Erdeden Gedanken ein, in dieser hohen Schule der Wis-senschaft und Staatskunst, zu welcher man auchnoch in den christlichen Zeiten, um Roms Gesetze zulernen, wallfahrtet«:, sie selbst zu lernen, und gleichden alten Römern durch Satzungen und Rechte dieWelt zu regieren. Die Pracht des heidnischen Got-tesdienstes stand vor seinen Augen da, und da die-ser in der römischen Staatsverfaffung mit der obrig-keitlichen Macht verknüpft gewesen war: so erwartetedas Volk auch in seinem christlichen Bischöfe denalten i?orrtikex maxirrrus, tLrus^sx undAn Truimphe, Feste und Staatsgebrauche gewöhnt,sähe es gern, daß aus Gräbern und Katakombendas Ehristenthum in Tempel einzog, die der römi-schen Größe würdig waren, und so ward durch An-ordnungen, Feste und Gebrauche Rom zum zweyten-mal das Haupt der Völker.
Frühe äußerte Rom seine gesetzgebende Klugheitdadurch, daß es auf Einheit der Kirche, aufReinheit der Lehre, auf Rechtgläubig-keit und Katholicismus drang, auf den dieKirche gebauct werden mußte. Schon im zweyt««