der Geschichte der Menschheit. 179
untheilbares todtes Besitztum betrachtete, das derKrone oder dcr Kirche, oder dem Stammhalter ei-nes edlen Geschlechts in der Qualität eines liegendenGrundes, zu welchem Knechte gehören, zustünde; solange war dcr rechte Gebrauch dieses Landes, sammtdcr wahren Schatzung menschlicher Kräfte, unsäglichbehindert. Der größeste Thcil der Länder ward einedürftige Almende, an deren Erdschollen Menschenwie Thicre klebten, mit dem harten Gesetz, nie da-von losgctrennt werden zu können. Handwerke undKünste gingen desselben Weges. Von Weibern undKnechten getrieben, blieben sie lange auch im Großeneine Hantirung der Knechte; und als Klöster, dieihre Nutzbarkeit aus der Römischen Welt kannten,sic an ihre Klostermauern zogen, als Kaiser ihnenPrivilegien städtischer Zünfte gaben, war dennoch derGang dcr Sache damit nicht verändert. Wie kön-nen Künste sich heben, wo dcr Ackerbau darniederliegt? wo die erste Quelle des ReichthumS, der un-abhängige, Gewinn-dringende Fleiß der Menschen,und mit ihm alle Bache des Handels und freyenGewerbes versiegt, wo nur der Pfaffe und Kriegergebietende, reiche, Besitzführende Herren waren?Dem Geist dcr Zeiten gemäß, konnten also auch dieKünste anders nicht als Gemeinwesen, (Elnivsrsi-tats8) in Form der Zünfte cingcführt werden; einerauhe Hülle, die damals dcr Sicherheit halben nö-thig, zugleich aber auch eine Fessel war, daß keineWirksamkeit des menschlichen Geistes sich unzunsc-mäßig regen mochte. Solchen Verfassungen sindwirs schuldig, daß in Lander, die seit Jahrhunder-ten bebauet wurden, noch unfruchtbare Gemeinplätze,daß in festgesetzten Zünften, Lrdcn und Brüderschaf-
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