176 Ideen zur Philosophie
König, ob er gleich nichts weniger alsunumschränkt war, mit seiner Personsowohl, als m tt se i n cM Hauswesen di eNation vor. Mithin ging seine Ge-sammt würde, die blos eine Staats fic-ti 0 n seyn sollte, auch auf seine Traban-ten, Diener und Knechte über. Lcibes-dienste, die man dem Könige erwies, wurden alsdie ersten Staatsdienste betrachtet, weil die, dieum ihn waren, Kapellan, Stallmeister und Truch-seß, oft bc» Rathschlagen, Gerichten und sonst, seineHelfer und Diener seyn mußten. So natürlich diesin der roben Einfalt damaliger Zeiten war: so un-natürlich wards, als diese Kapellane und Truchsessewirklich reprascntircndc Gestalten des Reichs, ersteGlieder des Staats, oder gar auf Ewigkeiten der »Ewigkeiten erbliche Würden feyn sollten; und den-noch ist ein barbarischer Prachtaufzug dieser Art, derzwar in das Tafelzelt eines tatarischen Ehans, nichtaber in den Pallast eines Vaters, Vorstehers undRichters der Nation gehörte, die Grundverfassungjedes germanischen Reichs in Europa. Die alteStaatsfiction wurde zur nackten Wahrheit: das gan-ze Reich ward in die Tafel, den Stall und dieKüche des Königes verwandelt. Eine sonderbareVerwandlung! Was Knecht und Vasall war, moch-te immerhin durch diese glanzenden Dberknechte vor-gestellt werden; nicht aber der Körper der Nation,der in keinem seiner frcyen Glieder des KönigsKnecht, sondern sein Mitgcnoß und Mitstreiter gewe-sen war und sich von keinem seiner Hausgenossenvorstellen lassen durfte. Nirgend ist diese tatarischeReichsverfassung mehr gediehen und prachti er em-
perkommen