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Ideen zur Philosophie
Kriege oder zu einer Lebensart eingerichtet, Key wel-cher alles in Bewegung bleiben sollte; nicht aber zueinem zerstreuten, fleißig-ruhigen Leben.
2> Mit jedem erobernden Könige warein Trupp Edeln ins Land gekommen,die als seine Gefährten und Treuen,als seine Knechte und Leute, aus denenihm zukommenden Ländereoen betheiltwurden. Zuerst geschah dies nur Lebenslänglich;mit der Zeit wurden die ihnen zum Unterhalt ange-wiesenen Güter erblich: der Landesherr gab so lange,bis er nichts mehr zu geben hatte und selbst verarm-te. Bey den Meisten Verfassungen dieser Art habenalso die Vasallen den Lehnsherrn, die Knechte denGebieter dergestalt ausgezehret, daß, wenn ^>cr Staatlange daurete, dem Könige selbst von seinen nutzba-ren Gerechtigkeiten nichts übrig blieb, und er zuletzt alsder ärmste des Landes dastnnd. Wenn nun, wie wit gese-hen, dem Gangedcr Dinge nach, bcv langen kriegen,sehen Zeitläuften die Edeln nothwendig auch den Stammder Nation, die freye Gemeine, sofern diese sich nichtselbst zu Edeln erhob, allgemach zu Grunde richtenMußten: so stehet Man, wie das löbliche damals un-entbehrliche Ritter Hand werk so hoch emporkom-men konnte. Von kriegerischen Horden waren dieReiche erobert; wer sich am längsten in dieser Ue-bung erhielt, gewann solange, bis mit Faust undSchwert nichts zu gewinnen mehr da war. Zuletzthatte der Landesherr Nichts, weil er alles verliehenhatte; die freye Gemeine batte nichts, wcil die Freuenentweder verarmt oder selbst Edle geworden und allesAndre Knechte war.