14» Ideen zur Philosophie
Versuchen gelang es ihnen endlich, mit einem gerimgen Anfänge in Gallien jenen Staat zu gründen(486.), der zuerst die Alemannen besiegte, dann dieWestgoihen allgemach bis nach Spanien drämste, dieBritten in Armorika bezwang, das Reich der Bur-gunder unter sich brachte, und den Staat der Thü-ringer grausam zerstörte. Als der verfallende Königs-stamm Merwichs und Klodwigs tapscre Großkofmci-ster (majorss äomus) bekam (731.) , schlug KarlMartell die Araber zurück und brachte die Friesenunter sich (762.); und als die Majorsz ckornusKönige worden, stand bald der große Karl auf (771.),der das Reich der Langobarden zerstörte, Spanienbis zum Ebro sammt Majorka und Minorka, dassüdliche Deutschland bis in Pannonien hinein, dasnördliche bis an die Elbe und Eider bezwang, ausRom den Kaiscrtitcl an sein Land zog, und auchdie Grenzvolker seines Reichs, Hunnen und Slaven,in Furcht und Gehorsam erhielt. Ein mächtigesReich! mächtiger als seit der Römer Zeiten Einsgewesen war, und in seinem Wachsthum, wie inseinem Verfall für ganz Europa gleich merkwürdig.Wie kam das Reich der Franken, unterallen seinen Mitgenossen, dieser vor-züglichen Wirkung?
1 . Das Land der Franken hatte einesicherere Lage, als irgend ein andrer Be-sitz ihrer wandernden Brüder. Denn nichtnur war, als sie nach Gallien rückten, das römischeReich schon gestürzt, sondern auch die tapfersten ihrervorangegangenen Mitbrüder waren entweder -eistrcuetoder versorget. lieber die entkräfteten Gallier wardihnen der Sieg leicht; diese nahmen, von vielen Un-