der Geschichte der Menschheit. i35
Auch auf den Zustand der Kirche ging vielesvvn dieser Verfassung über. Zuerst zwar waren dieLongoba.dcn wie die Gothen, Arianer; als aberGregor der Große die Königin Thevdolinde, dieseMuse ihres Volks, zur rechtgläubigen Kirche zu zie-hen wußte; so zeigte sich der Glaube der Ncubckehr.ten auch bald eifrig in guten Werken. Könige,Herzoge, Grafen und Barone wetteiferten mit ein-ander, Klöster zu bauen und die Kirchen mit an-sehnlichen Patrimonien zu beschenken; die Kirche zuRom hatte dergleichen von Sicilien aus bis in denkeltischen Alpen. Denn wenn die weltlichen Herrensich ihre Lchngüker erwarben; warum sollten diegeistlichen Herren nicht ein gleiches thuu, da sie füreine ewige Nachkommenschaft zu sorgen hatten? Mitihrem Patrimonium bekam jede Kirche einen Heili-gen zu ihrem Schutzwachter, und mit diesen Patro-nen, als Verbittern bey Gott, hatte man sich un-endlich abzusinden. Ihre Bilder und Reliquien, ih-re Feste und Gebete bewirkten Wunder; diese Wun-der. bewirkten neue Geschenke, so daß bey fortgesetz-rer gegenseitiger Erkenntlichkeit der Heiligen von Ei-nem Theil, der Lehnbesitzer, ihrer Weiber und Kin-der auf der andern Seite, die Rechnung nie aufhö-ren konnte. Die Lehnverfassung selbst ging gcwis-sermassen in die Kirche über. Denn wie der Herzogvor dem Grafen Vorzüge hatte: so wollte auch derBischof, der Jenem zur Seite saß, vor dem Bi-
die gesammten Gesetze der Völker, die Italienbeherrscht haben, sehr brauchbar. Ein vortreffli-ches Werk in seiner Art.